Dienstag, 04.09.2012 –  Ausflug nach Wien

Wir stehen gegen 7:30 Uhr auf. Nach dem Duschen montiere ich erst mal das Fliegengitter am Fenster meiner Kemenate. Sebastian will mir eine Nagelschere zum Abschneiden geben… 🙁 Ich Protestiere!!! Ich gehe eine andere holen. Nachdem ich das Netz zurecht geschnitten habe und Sebastian endlich mit dem Rasieren fertig ist, gehen wir frühstücken.

Danach fahren wir gegen 10:00 Uhr los nach Wien und machen ca. eine halbe Stunde später einen Stopp beim Schloss Eszterházy in Fertöd. Wir machen ein paar Fotos von außen und vom Schloss-Vorhof und fahren dann weiter über Pamhagen nach Wien. Dort kommen wir gegen Mittag an und stellen das Auto in einem Parkhaus ab. Parkgebühr 2,80 € pro angefangene Stunde. Von dort aus laufen wir ca. 15 Min. zum Schloss. Das Wetter ist angenehm, es ist zwar etwas bewölkt aber dennoch warm und wir sind froh, dass es nicht ganz so heiß ist.

Das Schloss Schönbrunn hat einen riesigen Schloss-Vorhof und wir lassen erst mal die Kulisse auf uns wirken. Dann entscheiden wir uns dafür die Schlosstour zu machen. Wir kaufen uns die Tickets für die Grand Tour (13,50 € p.P.) und begeben uns zum „Gate A“, so wie es uns von der freundlichen Ticket-Verkäuferin geheißen wurde.

Zur Führung bekommen wir Audio-Geräte, mit denen man durch Eintippen der jeweiligen Raumnummer die Informationen abrufen kann und ins Ohr gesagt bekommt. Die Führung geht insgesamt durch 40 Zimmer des ehemaligen Kaiserschlosses von Franz Josef und Sissi. Im Schloss selbst ist es ziemlich warm und es sich an einigen Stellen Ventilatoren aufgestellt. Ich gehe nach und nach durch die Zimmer und höre mir die Informationen auf dem Audiogerät an. Juliane ist meist ein Zimmer hinter mir, Sebastian lässt sich etwas mehr Zeit. Hin und wieder warten wir bis er aufgeholt hat.

Nach der Führung, gegen 14 Uhr genehmigen wir uns einen Kaffee und ein Stück Kuchen im Schlosscafé. Im Anschluss gehen wir noch zur Orangerie und durch den riesigen Schlossgarten. Die akkurat gepflanzten Bäume, die verwachsenen Alleen und die angelegten Blumenbeete sind sehr beeindruckend, was von der wahnsinnigen Größe des Gartens sowie der Vielzahl von Steinstatuen und Springbrunnen noch unterstrichen wird. Man kann vermutlich alleine einen Tag mit dem Besichtigen des Gartens verbringen. Ich muss bemerken, dass die Kaiser und Könige ja wohl schon ein bisserl „damisch“ (größenwahnsinnig, Anm. d. Verf.) waren… Nach dem Durchstreifen des Schlossgartens wandern wir wieder zurück zum Auto und fahren weiter ins Innere von Wien. Dort wollen wir noch ein Schnitzel zum krönenden Abschluss des Tages verspeisen.

Wir finden einen eingezeichneten Parkplatz in einer Seitenstraße. Eine Anwohnerin, die ebenfalls gerade Ihr Auto in der Straße geparkt hat informiert uns, dass es in der ganzen Stadt diese Parkzonen gibt und man dafür einen Dauer- oder Kurzparkschein braucht. Gut zu wissen, wir müssen also dort weg. Umso besser, dass am Ende derselben Straße die Einfahrt in eine Tiefgarage ist. Also fahren wir dort hinein. Der Parkpreis pro Stunde ist 3,90 €! Was soll‘s. Es bleibt uns wohl nichts anderes übrig.

Von der Parkgarage haben wir noch etwa 15 Min. Fußweg vor uns. Wir biegen in eine belebte, beidseitig mit Läden gesäumte Straße ein. Es ist die „Wollzeile“. Juliane möchte sich noch ein Kreuzworträtselheft besorgen. In Ungarn gibt es die nur in Ungarisch. Also machen wir uns auf die Suche nach einem passenden Geschäft. Es ist kurz vor 18:00 Uhr. Wir finden einen Schreibwarenladen, in dem wir zudem ein paar Postkarten erwerben. Ein paar Häuser weiter ist dann auch schon der Eingang zum Gasthaus Figlmüller. Dort gibt es seit über hundert Jahren (seit 1905) Schnitzel. Laut Angaben bekommt man dort „Das berühmteste Schnitzel Wiens“. Das Lokal ist gut besucht, einige Tische sind reserviert. Der Kellner hätte einen Tisch frei, aber nur bis 19:00 Uhr. Da es um die Ecke, in der Bäckerstraße, ein weiteres Lokal von Figlmüller gibt, gehen wir dort hin. Wir bekommen einen freien Tisch, der gerade abgeräumt wird und bestellen uns Getränke und Schnitzel, dazu Erdäpfel-Vogerl-Salat mit Traubenkernöl. Nach kurzer Wartezeit wird das Essen serviert. Die Schnitzel sind etwa 35 cm im Durchmesser und hängen über den Tellerrand hinaus. Na dann Mahlzeit! Das Fleisch ist sehr zart und weich und, soweit ich das beurteilen kann, von guter Qualität.

Nach unserem Mahl bezahlen wir und machen uns auf den Weg zur Parkgarage. Es ist nun 19:45 Uhr und am Lokal stehen mittlerweile ca. 20-30 Personen bis auf den Gehweg hinaus an, um den nächsten frei werdenden Tisch zu bekommen. Da haben wir wohl ziemliches Glück gehabt. Man sollte dann also wohl doch lieber reservieren, wenn man solche Wartezeiten vermeiden möchte… Nun geht die Reise zurück nach Ungarn. Wir laufen durch den Wiener Stadtpark zurück zum Auto. Nachdem wir Wien verlassen haben sind die Straßen ziemlich frei und wir kommen zügig voran. Die letzten Kilometer fahren wir auf einer ungarischen Landstraße. Diese befährt man am besten mittig, sofern kein Gegenverkehr kommt, weil dort überall allerlei Getier kreucht und fleucht (Insekten, Ratten, Frösche, Wild, etc.). Gegen 21.45 Uhr erreichen wir das Anwesen in Rábatamási. Wir sitzen noch kurz bei einem Feierabendbier auf der Terrasse und berichten von unseren Erlebnissen. Weiter erfahren wir, dass die Oma im Laufe des Tages mit einem Bekannten zurück nach Hause gefahren ist. Um 22:30 fallen wir ins Bett; der dritte Tag ist somit „geschafft“. Für morgen haben wir nichts Bestimmtes geplant.