Donnerstag, 06.09.2012 –  Ausflug nach Budapest

Gegen 8 Uhr stehen wir auf und gehen, nachdem alle das Bad durchlaufen haben, frühstücken. Das Wetter ist ziemlich bewölkt heute. Um 10:30 Uhr fahren wir los. Wir holen die Oma ab, denn sie möchte ihren kranken Bruder in Budapest besuchen. Dann fahren wir an die Tankstelle um zu tanken und die ungarische Autobahnvignette zu kaufen. Danach geht es los und wir fahren, mit einem kurzen Abstecher nach Tatabánya, wo Zsuzsa etwas abgeben muss, nach Budapest. Dort lotst uns das Navi durch die Stadt zu der Straße in der wir die Oma abliefern sollen. Allerdings stellt sich heraus, dass der Bruder am heutigen Morgen ins Krankenhaus gekommen ist. Also müssen wir die Oma wieder mitnehmen. Wir fahren also weiter zum Helden-Platz (Hösok tére) und parken dort in der Nähe. Wir sehen uns den Platz und die Helden-Skulpturen an. Unter dem Platz und der Straße verläuft die erste U-Bahn Europas. Geht man hier die Haltestelle hinunter fühlt man sich um Jahrzehnte zurückversetzt. Die Decken sind sehr niedrig und die U-Bahn liegt nur knapp unter der Fahrbahn. Das liegt daran, dass hier kein Tunnel gebohrt, sondern  von oben ausgebaggert wurde (besonderes Merkmal der frühen U-Bahnen, gibt‘s so tlw. auch in London). Die Eisenträger der Konstruktion sind mit einer Vielzahl von Nieten gefertigt. Ein kleiner Bahnsteig, ein schmaler Zug, ein altes hölzernes Kartenverkaufshäuschen. Es ist ein bisschen, als wäre man in einer anderen Zeit. Der moderne Kartenautomat lässt einem dann aber doch wissen, dass auch hier die Technik Einzug gehalten hat. Das Kartenhäuschen ist nicht mehr in Benutzung.

Im Anschluss fahren wir weiter auf die andere Seite der Donau, nach Buda. Während der Fahrt will Zsuzsa hinten das Fenster öffnen, was von einem lauten Geräusch begleitet wird. Das Fenster fährt dann noch nach unten, aber nicht mehr hoch. Zum Glück ist es warm und trocken und so fahren wir mit offenem Fenster weiter und suchen uns einen Parkplatz. Zsuzsa hat inzwischen Attila, einen Bekannten, angerufen, der herkommt und Werkzeug mitbringt, damit wir nachsehen können, was da los ist. Ich schraube kurz die Seitenverkleidung der Türe ab und sehe, dass sich die Glasscheibe aus der Halterung am Fensterhebermotor gelöst hat. Vermutlich ist ein Kunststoffteil abgebrochen. Ich setze die Scheibe wieder auf den Motor. Sie lässt sich dort nur nicht mehr fixieren. Aber zumindest können wir das Fenster schließen und so hält auch die Scheibe in ihrer Position.

Das hat uns etwa eine halbe Stunde Zeit gekostet, aber nun kann es losgehen. Wir laufen zu der Brücke gleich neben dem Parkplatz. Von dort kann man Teile der Stadt sehen und über die Donau blicken. Gegenüber ist die Seilbahn, die nach oben zum Schloss führt. Wir fahren hinauf und sehen uns die Gemäuer an. Dort oben befindet sich anscheinend auch der Sitz des Bundespräsidenten. Vor dem Gebäude sind kleine Wachhäuschen postiert vor denen regungslos uniformierte Soldaten stehen. Das erinnert ein wenig an die Wachen in England. An der Rückseite des Platzes sind Bauarbeiten im Gange. Dort werden offenbar alte Grundmauern freigelegt. In den meiste Fällen ist es so, dass Juliane, Sebastian und ich vor laufen, Zsuzsa kommt mit der Oma, die nicht mehr so schnell rumrennt wie wir, hinterher. Zwischendurch treffen wir uns dann an den Plätzen, an denen wir uns länger aufhalten.

Nachdem wir von den oberen Aussichtsplattformen über die Stadt gesehen und Fotos gemacht haben, gehen wir weiter Richtung Fischerbastei. Auf dem Weg kaufen wir ein paar Ansichtskarten und wollen dann noch zur Post um Briefmarken zu holen. Die Post hat aber schon zu. Es soll jedoch einen Briefmarkenautomaten geben. Wir laufen also weiter und Sebastian findet den Automaten und bringt die Marken. Im Anschluss setzen wir uns in ein Kaffee. Daneben ist ein kleiner Park in dem zwei Geigerinnen Musik machen. Nach erfolgreichem Verspeisen von Kaffee, Kuchen, Eis und Getränken gehen wir weiter und erreichen schließlich die Fischerbastei. Die Sonne steht perfekt und strahlt die Gebäude und Türme an. Das sollte einige schöne Bilder geben. Sebastian kauft als Andenken noch einen Kühlschrankmagneten. Wir bewegen uns langsam wieder Richtung Auto, die Damen möchten Ihre Jacken holen, weil es mittlerweile fast 19:00 Uhr ist und schon etwas frischer wird. Die Oma ist langsam erschöpft und möchte nicht mehr weiter laufen. Wir wollen aber noch bleiben bis es dunkel wird und die Lichter angehen. Also fahren wir über die Brücke ans andere Donauufer und parken dort. Dann laufen wir etwas an der Uferpromenade entlang und setzen uns in den Biergarten eines Lokals. Dort beschließen wir noch etwas zu essen, weil wir ja doch recht spät heimkommen werden. In dem Lokal spielt eine Jazz-Band live und auf der Straße tanzen die Leute zur Musik. Wir machen uns gegen 22:00 Uhr auf den Heimweg. Nach Ablieferung der Oma zuhause erreichen wir um Mitternacht Rábatamási. Am Bahnübergang am Anfang der Ortschaft blinken die roten Signale und die Schranken sind herunter gelassen. Als wir näher heranfahren sehen wir, dass Bauarbeiter dabei sind am Bahnübergang Ausbesserungsarbeiten durchzuführen. So müssen wir umdrehen und eine andere Strecke fahren. Kurz vor halb eins sind wir dann da und gehen zügig ins Bett. Es war ein eindrucksvoller, aber auch anstrengender fünfter Tag in Ungarn.