Mittwoch (Miércoles), 05.06.2013:

Mein Wecker klingelt um kurz vor 4 Uhr. Ich stehe auf und aktiviere zuerst mal die Kaffeemaschine, wer weiß was ich in der nächsten Woche so als Kaffee vorgesetzt bekommen werde… 🙂

Nachdem ich den Kaffee getrunken und nochmal alles kontrolliert habe, schnappe ich mir meinen Rucksack und fahre um kurz nach halb fünf los. Mein Auto werde ich auf dem PK-Parkplatz abstellen und die letzten beiden Stationen mit der U-Bahn fahren. Zeitlich passt das perfekt, die erste U-Bahn fährt in Herrnhütte um 4:56 Uhr und ist Punkt 5:00 Uhr am Flughafen. Ich gehe also direkt durch die Sicherheitskontrolle und bin um 5:10 Uhr oben in der Abflughalle. Als Boarding-Time ist 5:15 angegeben, um 6:00 Uhr soll der Vogel starten. Wie erwartet stimmen diese Zeiten natürlich nicht. Auch der Schalter A13, der auf der Karte angegeben ist, stimmt nicht. Nach kurzem Suchen steht fest, wir müssen bei A17 einsteigen, ein Hinweis am Schalter A13? – Fehlanzeige…!

Nachdem die Passagiere in einer langen Schlange schon einige Zeit gewartet haben, geht es um 5:50 dann los mit dem Einsteigen. Ich habe meinen Sitz in der Reihe 13, Platz C am Gang.

Nach dem üblichen Verstauen des Handgepäcks und den Sicherheitshinweisen rollen wir dann ohne weitere Probleme oder Verzögerungen auf die Startbahn und heben um 6:20 Uhr ab. Nachdem er während des Fluges etwas herausgeholt hat, will ein Herr die Handgepäck-Klappe wieder schließen, was ihn aber nahe an den Rand der Verzweiflung bringt. Das Ding geht immer wieder auf. Etwa nach dem zwanzigsten Versuch sagt er einer Flugbegleiterin Bescheid, die mach eine sanfte Handbewegung und die Klappe ist geschlossen. Offenbar ist er nicht auf die Idee gekommen, den Verschlusshebel beim Schließen leicht mit anzuheben…

Während des Fluges gibt es insgesamt dreimal Getränke. Ich nehme, wie solls auch anders sein, Kaffee und Wasser. Als Snack gibt’s diesmal keine fertig abgepackten Industriebaguettes, wie seinerzeit nach Lanzarote, sondern Mini-Fladenbrot mit einem Salatblatt, Mozzarella und einer tomatigen Soße. Bei dem Salami-Brötchen ist es eine Vogelfutter-Semmel (=Körnersemmel, Anm. d. Verf.), ebenfalls mit Salatblatt.

Während des Fluges lese ich etwas bzw. döse so vor mich hin, wie auch viele andere Fluggäste.

Wir fliegen mit einem Airbus A320 der Air Berlin in ca. 10700 m Höhe mit etwa 870 km/h, draußen hat es gut 50 Grad Minus und der Wind hat eine Geschwindigkeit von ca. 110 km/h. Der Flug verläuft ruhig und ohne Komplikationen. Etwa 130 km vor Teneriffa beginnt der Pilot mit dem Landeanflug, man merkt wie die Maschine sich leicht nach vorne neigt und etwas langsamer wird. Ein Kind aus den Reihen hinter mir fragt, ob das Flugzeug jetzt grade eine Vollbremsung macht. 🙂

Um 9:50 Uhr (10:50 Uhr unserer Zeit) landen wir schließlich auf dem Aeropuerto Tenerife Sur. Das Wetter ist bewölkt, aber mit ca. 26 Grad angenehm warm. Auf dem Flughafen bekommen wir einen Inselplan und Werbematerial für div. Attraktionen. Nachdem ich meinen Koffer vom Laufband genommen habe gehe ich zum Schalter der FTI, bei der ich gebucht habe, und bekomme einen Begrüßungsumschlag. Der Herr am Schalter nennt mir noch den Bus, der mich zum Hotel fährt und weist mir den Weg. Der Bus Nr. 202 steht direkt gegenüber des Ausgangs auf Parkplatznummer 25. Ich gebe dem Busfahrer meinen Koffer zum Verladen und setze mich nach hinten in den Bus.

Nachdem alle Gäste im Bus sind, fahren wir um 10:15 Uhr los. Wir fahren ein Stück auf der Autobahn entlang und ich sehe neben vielen weiteren Geschäften zwei Lidl-Filialen und einen Bosch-Service, die Werkstatt der Brüder Garcia (Taller Hermanos Garcia). Der Weg führt des Weiteren auch vorbei an einem Schachtelwirt (Mc Donalds) und Burger King. Die Drive In’s heißen hier übrigens Mc Auto und Auto King. 🙂 Etwa die Hälfte der Urlauber steigt an den ersten Hotels aus, wir sind erst ziemlich zum Schluss dran. Man muss sehr genau aufpassen an welchem Hotel man gerade ist. Der Fahrer nennt zwar den Namen, allerdings vermeidet er es, das Mikrofon zu benutzen und seine Stimme ist sehr leise. Um 11:50 Uhr sind wir schließlich in unserem Hotel „Luabay Costa Los Gigantes“ angekommen. Ebenso steigt hier ein junges Paar aus Thüringen mit aus, die ebenfalls im gleichen Hotel wohnen. Am Check-In bekommen wir unsere Armbänder und eine kurze Einweisung, wo unsere Zimmer sind. Auch erfahren wir, dass die Zimmer noch nicht ganz fertig sind und wir eine Stunde später nochmals vorbeikommen sollen. So bringen wir die Koffer in den „Kofferraum“ und gehen einstweilen etwas durch die Hotelanlage. Ich suche nach dem Block, in dem mein Zimmer ist und erkunde das Areal ein wenig. Dann hole ich mir einen Kaffee und setzt mich auf die Terrasse der Hotelbar mit Blick auf La Gomera. Leider ist die Insel nur schlecht zu sehen, da Wolken und Nebel nur eine Silhouette erkennen lassen.

Gegen 13:00 Uhr sehe ich die beiden Thüringer mit Ihren Koffern vorbeirollen und gehe ebenfalls wieder zur Rezeption. Nach einem Funkspruch mit dem Zimmerpersonal wird die Freigabe zum Bezug meines Zimmers gegeben und ich bekomme die Key-Cards. Meinen Koffer lädt ein Hotelmitarbeiter auf einen Elektro-Buggy (ähnlich einem Golf-Buggy, nur länger), mit dem die Hotelgäste zu Ihren Zimmern chauffiert werden. Solche Fahrzeuge werden, in verschiedenen Varianten, im gesamten Hotelkomplex eingesetzt. Mit dabei ist noch ein Paar aus Deutschland, die vor mir sitzen und ebenfalls zu Ihrem Zimmer gebracht werden. Wir wechseln kurz ein paar Worte, dann muss ich auch schon aussteigen. Ich inspiziere also meine Kemenate und mache ein paar Bilder. Vom Balkon aus sieht man über die Hotelanlage hinweg das Meer und das schemenhaft erkennbare La Gomera. Nachdem ich meinen Koffer ausgepackt habe ziehe ich mir erst mal kurze Sachen an und „studiere“ die Unterlagen des Hotels.

Gegen 13:45 Uhr gehe ich in den Speiseraum um etwas zu Mittag zu essen. Es ist ein riesiges Buffet aufgebaut und rundherum stehen zahlreiche eingedeckte Tische. Ich suche mir einen kleinen Zweiertisch aus und ein freundlicher Kellner fragt mich, was ich trinken möchte. Ich beschließe ein Glas Rotwein zum Essen zu mir zu nehmen und teile dem Kellner dies so mit. Die Getränke werden einem, mit Ausnahme des Frühstücks, beim Essen serviert. Während er den Wein holt begebe ich mich zum Buffet und schaue was es gibt. Ich entscheide mich für eine illustre Mischung aus etwas Lasagne, einem Stück Fisch, Gemüse (Erbsen, Karotten, Zwiebeln, Zucchini) sowie Papas Arrugadas (in der Schale in Salzwasser gekochte Kartoffeln, auch Schrumpelkartoffeln genannt) mit Mojo verde (grüne Soße) und Mojo rojo (rote Soße).

Dank meiner Erfahrung auf Lanzarote passe ich diesmal beim Fisch auf und entferne die darin vorhandenen Gräten, bevor ich den Fisch esse. Dazu gibt es einen gemischten Salat, ebenfalls vom Buffet und als Dessert ein paar feine kanarische Kuchen und Blätterteig-Minipastetchen.

Es wurden u.a. auch so genannte „Weißwürste“ angeboten, die aber m.E. mit Weißwurst, wie sie der „Bayer“ kennt, nichts zu tun hat. Es sah eher wie eine gebratene Wurst aus. Und eine „Brez’n“ gab’s auch net dazu… Ich glaube man sollte mal ein ernstes Wort mit der Küche reden… J Das Personal ist ständig unterwegs, nimmt leeres Geschirr mit oder deckt die Tische in Windeseile wieder neu ein. Ich muss daher aufpassen, wenn ich aufstehe und mir noch was holen will, dass man mir nicht den kompletten Tisch abräumt… Das ist wohl der Nachteil, wenn man alleine unterwegs ist… Es klappt aber gut, wenn ich z.B. meine Sonnenbrille auf dem Tisch liegen lasse – gewusst wie…

Anschließend hole ich meine Kamera und „wandere“ nach unten in die Ortschaft. Dort sind einige Geschäfte und ein, offenbar von Österreichern geführtes Lokal namens „Am Eck bei Willi und Luba“, welches jedoch gerade Betriebsurlaub hat. An der Küste sind schön angelegte Wege, Mäuerchen und Treppen sowie Flächen mit allerlei verschiedenen Pflanzen aus dem mir schon aus Lanzarote bekannten schwarzen Lava-Gestein. Allerdings ist es hier schon etwas „grüner“ als auf Lanzarote. Es gibt eine kleine, schwarzsandige Badebucht, an der einige Leute liegen oder baden, zahlreiche Kinder buddeln im schwarzen Sand oder wälzen sich darin. Die Steine am Strand sind extrem aufgeheizt, trotzdem die Sonne nur sporadisch zwischen den teils tiefschwarzen Wolken herausblinzelt. Ich suche mir einen schönen Stein und lasse ihn in meiner Tasche verschwinden. 🙂 Während meiner „Wanderung“ mache ich einige Fotos und begebe mich dann auf den Rückweg.

Zurück am Hotel stelle ich fest, dass es einen so genannten Südausgang am unteren Ende beim Sportbereich gibt. Diesen kann man mit der KeyCard zwischen 8.00 und 22.00 öffnen. Das erspart den längeren Weg ober um die  komplette Anlage herum. Die Hotelanlage ist sehr groß und weitläufig. Aufgeteilt ist der Hauptkomplex in insgesamt vier Etagen. Ganz oben, am Haupteingang ist die dritte Etage, dort befindet sich die Rezeption und ein Aufenthaltsbereich. Von dort führen eine große Treppe sowie drei Aufzüge nach unten. Zwischen den Wohnblöcken befinden sich auch jeweils zwei Aufzüge. In der zweiten Etage liegen die Buffetrestaurants mit Terrassen. In der ersten Etage sind mehrere Bars und die Diskothek, sowie eine große Terrasse, die nach links und rechts vom Hauptgebäude weg an den Wohnblöcken vorbei jeweils zu den beiden Pools führt. Weiter gibt es noch zwei Spezialitätenrestaurants sowie den SPA-Bereich und das Fitness-Center mit Meerblick in der Etage „0“. Auf dieser Etage ist ebenfalls die Kids-Zone, also der Spielbereich für die Kinder untergebracht. Diese Bereiche sind auch von der Außenterrasse über eine Treppe begehbar. Das gesamte Hotel ist an einem Abhang terrassenförmig gebaut. Die Wohnblöcke selbst sind dreistöckig angelegt und haben nahezu alle Meerblick.

Am untersten Ende liegt schließlich der Sportbereich mit Minigolf, Spielplatz, Fußballfeldern, Tennisplätzen, Bogenschießen und einem Hochseilgarten.

Nach meiner Orts- und Hotelgeländeerkundung stoppe ich erneut an der Bar Tenerife und trinke einen bis drei Kaffee und ein Tonic-Water. Beim Blick über das Meer und mit hin und wieder durch die Wolken blickender Sonne chille ich einfach nur auf der Terrasse. Nachdem ich kurz im Zimmer war und meine Kamera verstaut habe, gehe ich gegen 18:30 Uhr erneut Richtung Terrasse. In der Richtung zu meinem Zimmer hin ist eine Bühne, ebenfalls mit Terrasse und kleinem Getränkeausschank, auf der eine Gruppe sich gerade einsingt. Dort findet kurze Zeit später zuerst ein Kinderprogramm und danach eine Musikveranstaltung statt.

Ich sitze nochmals eine Zeit lang und blicke auf das Meer, trinke ein Bier (una cerveza), bevor ich mich um 20:30 Uhr zum Abendessen begebe. Das Abendessen ist hier auf zwei Etappen geteilt, Die erste Sitzung ist von 18:30 bis 19:30 Uhr und die zweite von 20:00 bis 21:30 Uhr. Dort gibt es für mich wieder Papas Arrugadas, überbackene Zucchini, Blumenkohl, Käse und Salat, sowie ein Dessert, bestehend wieder aus den leckeren Kuchen und Gebäcken. Ich trinke ein Glas Vino Tinto (=Rotwein) zum Essen und bleibe bis ca. 21:15 Uhr, bevor ich mich erneut in die Bar begebe. Eigentlich sind es zwei Bars direkt nebeneinander, nur geteilt durch eine große Glaswand mit einer Verbindungstüre. Getränke bestellt man an der Bar und nimmt sie dort auch gleich selbst mit. Softdrinks, Heißgetränke und Bier kann man sich auch direkt am Selbstausschank nehmen.  Abgeräumt wird auch hier immer zügig, sobald leeres Geschirr herumsteht.

In der Bar Tenerife spielt ein Gitarrist Live-Musik. Dabei ist alles quer durch den Garten, u.a. Santana, Stevie Wonder, Boney M., John Denver, u.v.m., also gute ehrliche Musik. Der Typ hat eine sehr schöne helle (ich vermute Birkenholz) halb-akustische Gitarre und spielt echt verdammt gut, er haut auch immer wieder mal ein Solo mit dazwischen, sehr schön. Er spielt ohne Pause bis 23:45 Uhr durch. Ich trinke noch einen Vino Tinto und gehe dann in mein Zimmer. Auf mehr als ein paar Notizen für das Tagebuch habe ich jetzt keinen Bock mehr, immerhin bin ich seit früh morgens auf und habe die Uhr zudem noch eine Stunde zurückgestellt. Und so ist auch schon der erste Tag zu Ende. Buenas Noches!