Stromausfall

Buenos días amigos. Immer das gleiche in der Früh: Aufwachen – Aufstehen – Kaffee; ihr kennt das ja schon.

Iker ist grade dabei zur Uni zu gehen, Arancha und Leire sind schon weg. Ich spüle inzwischen ab. Als Arancha zurück kommt kochen wir, sie holt dann die Kleine von der Schule ab und es gibt Essen. Iker kommt wie immer etwas später heim, weil er ja erst von La Laguna nach Santa Cruz fahren muss.

Nach dem Essen sitzen wir zusammen, als plötzlich um 14:15 Uhr der Strom weg ist. Es ist aber keine Sicherung raus, sondern im ganzen Haus ist kein Strom mehr. Wie es aussieht, hat offenbar sogar das ganze Viertel keinen Strom.

Leire muss nachmittags wieder zur Schule und ich mache mich auch auf den Weg, um etwas raus zu gehen. Ich nehme vorsichtshalber mal eine leichte Jacke mit, denn es ist sehr bewölkt und windig heute und es könnte evtl. auch regnen, was es aber zum Glück dann doch nicht tut.

Weil durch den Stromausfall ja auch die Aufzüge nicht funktionieren, heißt es vom 10. Stock die Treppe runterlaufen. Naja, ich bin ja in der Übung… 🙂 Während ich so durchs Treppenhaus gehe, frage ich mich, was wohl wäre, wenn ausgerechnet während des Stromausfalls gerade jemand im Aufzug war? Dem war aber offenbar nicht so – zumindest höre ich keine Hilferufe oder ähnliches.

Ich laufe also durch die Straßen – erkunde immer wieder mal neue Wege – und mache einen kurzen Stop in der Cafeteria von gestern. Heute probiere ich mal das „Dorada Especial Negra“ – Nein, es ist wider Erwarten kein dunkles Bier; es sieht aus wie ein Helles, schmeckt aber deutlich malziger. Nicht schlecht, das „Roja“ gestern fand ich aber besser.

Ich gehe dann wieder Richtung Wohnung und sehe, dass der gesamte Block komplett dunkel ist. In einigen Fenstern ist das Flackern von Kerzenlicht zu erkennen. Der Hiperdino im Keller des Gebäudes ist nur teilweise beleuchtet, hat aber geöffnet – vermutlich haben die eine Notstromversorgung. Der Platz vor dem Haus ist auch völlig finster, trotzdem spielen die Kids dort, allerdings nicht so viele wie sonst. 🙂 An der Straße ist ein Trupp von Monteuren offenbar dabei das Problem mit dem Stromausfall zu beheben.

Ich drehe also wieder um, da laut einer WhatsApp-Nachfrage auch Arancha und Iker noch nicht zuhause sind. Ich laufe noch ein bisschen durch die Straßen, bis ich gegen halb 9 die Nachricht bekomme, dass Arancha jetzt zuhause ist. Also mache ich mich auch auf den Rückweg. Ich laufe um 20.45 Uhr über die Straße auf das immer noch völlig dunkle Haus zu.

Ich bin grade dabei, mich damit abzufinden, dass ich jetzt fast 200 Treppenstufen bis in den 10. Stock laufen muss, als plötzlich das Licht im Eingang angeht. Glück muss man haben… Der Strom ist nach 6,5 Stunden wieder da. Ich kann also mit dem Aufzug fahren, wenngleich das Laufen sicher auch nicht geschadet hätte. 😉

Alle freuen sich, dass wieder Stom da ist, denn die Handys waren schön langsam auch alle leer… Ich hätte allerdings noch etwas mit der Powerbank überbrücken können…

So aufregend geht also der vorletzte Abend zuende.